Einfach wachsen lassen

Natürliche Waldlandschaften sind auf der Erde selten geworden, nur 20 Prozent der einstigen Urwaldflächen sind erhalten.

In intakten Waldgemeinschaften finden sich Bäume aller Generationen, hier räumt kein Mensch auf, hier greift niemand ein – und so muss es auch sein: Sterbende Bäume und Totholz am Boden spenden Leben. Sie bieten Nahrung und Unterschlupf für Pilze, Insekten, Vögel. Hinzu kommt: Je größer sein Holzvorrat, umso mehr Kohlenstoff kann ein Wald speichern, umso mehr schützt er das Klima.

Vielfalt der Wälder

Wie alle übrigen Pflanzen und Tiere variieren Bäume je nach Klima und Lage sehr stark: von winzigen Zwergbirken in der Arktis über Kokospalmen am Amazonas bis zu über 100 Meter hohen Mammutbäumen in Kalifornien.

In tropischen Regenwäldern können auf einem Hektar Wald locker 250 Baumarten vorkommen. In Mitteleuropa dagegen würde an den meisten Standorten von Natur aus die Rotbuche alle anderen Waldbäume dominieren. In Folge radikaler Eingriffe des Menschen sieht die Realität anders aus. In Deutschland etwa hat die Buche nur einen Anteil von 15 Prozent und steht an Position Nr. 3 hinter Fichte (28 Prozent) und Kiefer (23 Prozent). Insgesamt gibt es über 40 einheimische Baumarten in deutschen Wäldern, darunter nur sieben Nadelbaumarten. Andere Baumarten sind ursprünglich nicht bei uns heimisch, werden aber seit langem angepflanzt. Dazu gehören die Roteiche, die Douglasie und die Robinie.

Nadelbäume kommen natürlicherweise in nördlichen Breiten, Mittelgebirgen und alpinen Lagen vor. Je kälter und rauer das Klima, desto mehr Nadelbäume. In borealen Wäldern hoch im Norden stehen neben einigen Birken nur Fichten, Kiefern, Tannen und Lärchen.

Zu viel Forst, zu wenig Wald

In Europa wurde im 18. Jahrhundert die Forstwirtschaft erfunden. Auch das Prinzip Nachhaltigkeit war – in Folge großer Holznot – erstmals Thema: Man dürfe nicht mehr Bäume entnehmen, als nachwachsen können. Doch anstelle von heimischen Baumarten pflanzte man schnell wachsende Nadelbäume, um schnell wieder ernten zu können. Und noch ein Fehler passierte: die Monokultur. Reine Fichten- oder Kiefernplantagen sind arm an Arten, anfällig für Schädlinge und kaum fähig, sich an den Klimawandel anzupassen.

Wälder schützen & ökologisch nutzen

Der Schutz von Urwäldern und naturnahen Wäldern ist für Greenpeace Tagesgeschäft und Herzensangelegenheit, in Kanada ebenso wie im Kongobecken oder daheim in Deutschland. Erfolge wie Einschlagstopps und neue Schutzgebiete motivieren zum Weitermachen.

Und die Wirtschaftswälder? Wenn Kahlschläge tabu sind, wenn wir sie behutsam nutzen, auch natürliche Entwicklungen zulassen, können auch Forste künftig für viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten einen stabilen Lebensraum bieten.

Quelle: Greenpeace

https://www.greenpeace.de/themen/waelder

Fotoquelle: André Cook

https://www.pexels.com/de-de/@andrejcook

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